Virtualisierung – Was versteht man unter Virtualisierung?

Virtualisierung – was ist das und was bringt es für Vorteile?

Es muss nicht immer alles 100%ig echt sein. Im Computerbereich, insbesondere in den lukrativen Serversegmenten, ist die Virtualisierung schon seit längerem äußerst angesagt. Was genau sich dahinter verbirgt, wissen die meisten unbedarften Nutzer nicht. Kein Wunder, denn man bekommt davon im Allgemeinen nichts mit, und das, obwohl Virtualisierungssoftware eine immer größere Rolle spielt.


Was versteht man unter dem Begriff?

Zuerst gilt es zu klären, was Virtualisierung überhaupt genau bedeutet. Der Begriff tritt in vielen Bereichen auf, was es schwer macht, eine einfache Definition herauszugeben, schließlich könnte die Virtualisierung des einen Bereichs sich von der eines anderen unterscheiden. Am verbreitetsten ist die Technik jedoch wahrscheinlich im Serverbereich. Um zu erklären, was Virtualisierung ist, muss zunächst geklärt werden, was ein Server überhaupt macht.

Im Prinzip lässt sich es vereinfacht auf folgende Weise erklären. Ein normaler Server ist im Grunde genommen ein handelsüblicher Computer, der seine Tätigkeit insofern verrichtet, dass an ihm nicht wirklich gearbeitet wird. Stattdessen verrichtet er verschiedene Dienste, wie die Verwaltung großer Datenmengen, das Bereitstellen komplexer Online-Welten für Computerspiele und viele andere Tätigkeiten, die heutzutage benötigt werden. Die Ausstattung eines Servers unterscheidet sich von „normalen“ Computern insofern, als dass sich wahrscheinlich sehr viel mehr Arbeitsspeicher und unter Umständen deutlich leistungsfähigere CPUs an Bord befinden.


Viele Vorteile durch geteilte Ressourcen

Durch Virtualisierung wird nun erreicht, dass auf einem dieser Computer mehrere Server gleichzeitig laufen können. Dies geschieht durch spezielle Software, die dafür sorgt, dass jedem Server beispielsweise eine bestimmte Menge Arbeitsspeicher und CPU-Rechenzeit zur Verfügung gestellt wird. Auf diese Weise können auf einem einzigen Computer nicht mehr, wie bisher, nur ein Server sondern gleich derer vier oder noch mehr laufen – eine Grenze tritt nur durch die Hardware auf. Diese Technik bietet mehrere Vorteile als auch einige wenige Nachteile; im Großen und Ganzen lohnt sich die Virtualisierung jedoch in den meisten Anwendungsbereichen.


Günstiger ist besser

Durch Virtualisierung entstehen sowohl Kunden als auch den Anbietern von virtuellen Servern zum Teil große Kostenvorteile. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Kann der Anbieter vier Server gleichzeitig anbieten, die allerdings nur auf einem einzigen Computer laufen, spart er sich schlichtweg die Kosten für drei voll funktionsfähige Server. Auch, wenn im Servermarkt eher die laufenden Kosten für konstant abfließende Geldmittel sorgen, und der Anschaffungspreis für Hardware dagegen meist nicht ins Gewicht fällt, spielt er eben dennoch eine Rolle. Auch ist ein einziger Server schneller und einfacher zu warten, als dies bei mehreren verschiedenen der Fall wäre.
Dieser Kostenvorteil wird meist auch direkt an die Kunden weitergegeben. Virtuelle Server sind billiger in der Anschaffung und kosten monatlich auch meist weniger, als beispielsweise dedizierte Server oder Root Server. Einen Nachteil hat der Kunde durch die Virtualisierung in den meisten Fällen nicht. Dass der Server seine Rechenkapazität mit anderen virtuellen Servern teilt, fällt für die allermeisten Projekte nicht auf. Aber natürlich stößt die Technik auch einmal irgendwann an ihre Grenzen.


Es kann nicht ewig weitergehen

Dies ist dann der Fall, wenn sehr anspruchsvolle Anwendungen auf dem Server laufen sollen. Für komplexe Aufgaben, wie das Berechnen von größeren Online-Welten moderner Spiele, bieten alle Serveranbieter nach wie vor dedizierte Server an, auf denen dann auch nur diese eine Software – neben Betriebssystem und anderen notwendigen Anwendungen – läuft. Per Virtualisierung wäre es zwar sicherlich möglich, auch diese Aufgabe auf mehrere virtuelle Server zu verteilen, ob dies rein von der Performance her jedoch ausreichend wäre, dürfte fraglich sein.
Für Privatanwender und kleine Unternehmen dürfte durch Virtualisierung jedoch fast alles möglich sein, was auch bei dem Kauf oder der Miete eines „richtigen“ Servers möglich wäre. Gerade, wenn es nur um das Hosting von (nicht allzu stark frequentierten) Webseiten geht, bietet sich durch Virtualisierung eine einfache und kostengünstige Lösung an.


Vielfältige Anwendungsbereiche

Virtualisierung als solche ist jedoch nicht nur auf den Hardware- und Serverbereich beschränkt. Unter diesem Begriff versteht man unter anderem auch die virtuelle Ausführung eines Betriebssystems. So kann man unter Windows 7 mit der geeigneten Software beispielsweise Windows XP starten und auf dieses auch voll zugreifen. Einige Einschränkungen müssen zwar hingenommen werden (es stehen nur rudimentäre 3D-Fähigkeiten zur Verfügung), ansonsten könnte man aber, wenn man wollte, gewissermaßen unter Windows 7 unter Windows XP arbeiten. Auch dort gibt es spezielle Anwendungsfälle, die solch einer Virtualisierungssoftware eine Existenzberechtigung verleihen, wie beispielsweise unter modernen Betriebssystemen inkompatible Software, die nur noch unter älteren Systemen zufriedenstellend startet.

Vom Prinzip ist diese Lösung von der bereits erwähnten Servervirtualisierung nicht weit entfernt; auch hier werden Ressourcen eines großen Systems benutzt, um ein kleineres zu versorgen. Weitere Beispiele zeigen nur, wie wichtig Virtualisierung inzwischen geworden ist, und dass die Anwendungsbeispiele in der Zukunft eher zunehmen als abnehmen werden.


Entdecke die Möglichkeiten

Dies ist zwar eigentlich der Slogan eines schwedischen Möbelhauses, aber auch in diesem Fall trifft er zu. Die Bedeutung der Virtualisierung wird sich aufgrund des anhaltenden Trends zur Verkleinerung (man denke nur an Netbooks) weiter durchsetzen und in Zukunft wird man wahrscheinlich ausgelacht werden, wenn man noch einen echten, alten Server im Keller stehen hat. Aber keine Sorge – mit etwas Glück sind diese bald antik…

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